Kosice 2002

An dieser Stelle mal ein Rückblick auf unsere erste große Tour.

Der Grüne Weg nach Kosice


Eine der diesjährigen Touren des Grünen Weges führt uns zur Wuppertaler Partnerstadt Kosice. Unsere Partnerstadt Kosice liegt im Osten der Slowakei. Nachdem bereits 2000 auf dem Weg nach Legnica in Polen die Strecke bis nach Dresden erkundet wurde, fahren wir in diesem Jahr von dort aus weiter durch Tschechien in die Slowakei. Dort fahren wir der Vah längs zwischen der Hohen Tatra und der Niederen Tatra hindurch nach Kosice.

10.8. Wuppertal – Dresden – Pirna
6:15 Uhr – Grosses Hallo am Wuppertaler Hauptbahnhof. Wuppertal verabschiedet uns im leicht feuchtem morgendlichem Grau. Der Zug ist pünktlich da und wir sortieren uns reibungslos ein. Im Zug gibt es ein opulentes Frühstück mit Brötchen, Sekt, Kaffee, Käse und Rotwein. In Hannover scheint bereits die Sonne träge ins Land. Derweil klären wir die geografische Frage wo unsere erste Station Pirna liegt: am Sonnborner Ufer oder auf der anderen Seite?Umsteigen im Leipziger Hauptbahnhof – Sackbahnhof: wahrhaft umsteigen mit Sack und Pack! Und leider zuwenig Zeit für Klaus sich den neuen ‚alten‘ Bahnhof anzusehen. Weiter gehts im Zug Richtung Dresden. Das Wetter bleibt trotz kleinem Schauer heiter und die Temperatur steigt. Dresden Hauptbahnhof: der erste Platte Reifen – Klaus Rad. Ein defektes Ventil und eine noch nicht lokalisierte Stelle sorgen für eine kurze Zwangspause.

Nach einem kleinen Sight-seeing in Dresden (Frauenkirche, Zwinger, Semperoper…) gehts die Elbe längs – leider mit Umwegen,da das Hochwasser den Radweg oft überflutet hat. Über das Blaue Wunder fahren wir an der hiesigen Schwebebahn vorbei. Um 19:30 Uhr erreichen wir unser erstes Ziel: Pirna. Einen Tag der sich durch die Zugfahrt doch in die Länge streckte haben wir dann auf dem Marktplatz an diesem milden Sommerabend ausklingen lassen. Morgen gehts dann so richtig Los.
(Für die Statistiker: heutiger Schnitt 13 km/h – und fast 30 km gefahrene Strecke)

11.8. Pirna – Litomerice
Wir haben es tatsächlich geschafft zum vereinbarten Zeitpunkt – 8:45 Uhr – zu starten. Kaum aus Pirna heraus bekamen wir bereits nasse Füsse. Das Hochwasser zwingt uns zweimal zum Wechseln mit der Fähre: an der Bastei und in Königsstein. Zwischenzeitlich hat es Jürgen S. Radständer zerlegt und bei Schmilka zeigt sich das alte Leiden von Klaus Hinterrad: massiver Luftverlust. Klaus und Jürgen blieben zurück und so geht die Gruppe geteilt über die Grenze.

Im Niemandsland zwischen dem deutschen und dem tschechischen Zoll erstreckt sich eine grosse duty-free Meile, die wir schleunigst ob der krassen Musik verlassen. So radeln wir durchs Elbsandsteingebirge bis Decin und finden, nach kleiner Stippvisite am Bankautomat, ein nettes Cafe mit Sachertorte, Palatschinken und Pivo. Klaus und Jürgen treffen gerade ein als wir uns niederlasen. Wegen dem Hochwaser wählen wir den Weg längs der Schnellstrasse nach Usti nad Labem. Um diesem Weg schnellstens zu entkommen, wird das Tempo angezogen. In Usti n. L. gehts über die neue Brücke (eine schwungvolle Stahlseilkonstruktion) wieder aufs andere Ufer zum Elbradweg. Dieser Weg ist ein wirklich grüner Weg. 12 km vor unserem Ziel gehts jedoch noch durch einige Furten und vom Hochwasser verschlammten Wege. Nach 99 km ist es soweit wir stehen um 18:40 Uhr in unserem Etappenziel Litomerice und bevölkern eine kleine einfache Pension. Nach kurzem Frischmachen werden wir den Tag, der sonnig begann und bewölkt mit ein bischen Tröpfeln endet, ausklingen lassen.

Nach einem schönen Abendessen am Marktplatz gings noch einmal durch die Altstadt, wo es dann zum obligatorischen Kickerturnier kam. Als Höhepunkt gab es dann ein tschechisch – deutsches Abschlussspiel. Wir wurden Vizemeister.

12.8. Litomerice – Praha
Das Frühstück verhieß nichts gutes. Verunglückte Omeletts, Kaffee und Tee kleckerweise. Marmelade nach hartnäckigem Bohren – Wir haben es schnell hinter uns gelassen. Die mitgebrachte selbstgemachte Marmelade hat uns jedoch entschädigt. Kurz nach Litomerice hielten wir an der Eger-Gedenkstätte und dem KZ-Mahnmal Theresienstadt. Ein stilles kurzes Gedenken auf unserem Weg. Danach ging es wieder zurück zur Elbe und Hinein in unsere erste Regenfahrt. Als es anfing zu Gewittern erreichten wir Roudnice wo wir eine Rast in einem kleinen
Restaurant einlegten. Aufgrund der Wetterlage und fortgeschrittenen Zeit beratschlagten wir die Schleife der Elbe, die vor uns lag, abzukürzen. Es gab auch die ersten Überlegungen auf die Bahn auszuweichen…Wir wählten den nassen Weg der uns zunächst bergauf führte. Leider ging er längs einer stark befahrenen Landstrasse. Der Regen lies nicht nach. Zwischendurch hatten wir einen Unfall – Anne und Brigitte sind auf einem sehr schiefen Bahnübergang gestürzt und ein Auto fuhr knapp vorbei. Gottseidank gab es nur ein paar Abschürfungen. Der Schreck war doch groß. Wir kamen im weiteren
Verlauf wieder auf eine schöne aber genauso durchweichte Nebenstrecke Richtung Prag. Über mehre kleine Orte und immer wieder bergauf – bergab erreichten wir stark durchnässt Roztoky. Hier erfuhren wir, dass der Weg und die Strasse längs der Moldau wegen Hochwasser gesperrt ist. Wir nahmen dann doch den Zug nach Prag. Auf dem Bahnhof erwischten wir zunächst den falschen Bahnsteig – so kam es zu kurzer Hektik. In Prag-Holovice (oder so ähnlich) Stiegen wir aus. Zunächst über die Moldau dann ein paar Kilometer und wir waren durchnässt und ein wenig abgespannt um 18:50 Uhr an unserem Hotel. So eine warme Dusche hat wirklich was …
Heute fuhren wir 73 km – den größten Teil durch starkem Regen. Aber wir sind alle froh Hier zu sein.
13.8. Praha
Morgens gegen 6:00 Uhr schrillten Sirenen durch Prag. Katastrophenalarm für die Innenstadt. Auf grund der Hochwassersituation wurde die Altstadt gesperrt. Um 11:00 Uhr fiel im Stadtteil unseres Hotels der Strom aus. Mit der Strassenbahn konnten wir, wenn auch über Umwegen, doch noch in die Innenstadt. Dort wurden die Häuser mit Sandsäcken und Bauschaum gegen das Hocwasser abgedichtet.
Die Situation ist sehr unwirklich. Es besteht jedoch für uns keine Flutgefahr. Viel mehr machen uns die Wetteraussichten für die nächsten Etappen sorgen. Soweit geht es uns gut ….
So hatten wir unseren Ruhetag in Prag uns nicht vorgestellt.Nachdem wir in der Innenstadt noch zu abend gegessen haben konnten wir noch mit der Metro bis zu unserer Station Palmovka fahren. An diesem Tag war übrigens für alle freies Fahren im öPNV. Wir mussten uns jedoch zum Hotel vortasten, da die Strassenbeleuchtung ausgefallen war. Der Weg führte uns über eine Schnellsrasse, da wir auf anderem Weg unser Hotwl nicht errwichen konnten. Unser Hotelchef hatte bereits für jedes Zimmer Taschenlampen bereitgelegt. Die Nacht war ruhig, da die Strasse vor unserem Hotel gesperrt war. Der Strom wird wahrscheinlich noch 2-3 Tage dort ausfallen.
14.8. Praha – Kutna Hora
In unserem Hotel gab es morgens heißen Kaffee und Tee. Um 8:30 Uhr gings dann los Richtung Kutna Hora. Der Regen hatte aufgehört aber der Pegel der Moldau stieg noch. Nachdem wir uns durch die Vororte von Prag schlängelten, erreichten wir unseren grünen Weg. Die Regenwolken zogen vor uns her, aber liessen uns unbehelligt. Auf dem weg sahen wir immer wieder kleine Bäche, die sehr stark über die Ufer getreten sind und es rauschte doch sehr kräftig.Unsere Mittagspause konnten wir dann nach 65 km im Hotel Praha in Vyzlovka warhaft geniessen. Mit Obstknödel, Schnitzel und Suppe stärkten wir uns. Wichtiger Tipp: kommen Sie jemals am Hotel Praha vorbei essen Sie dort die Obstknödel! Dort machten wir auch die Bekannschaft eines pensionierten
Proffesors der in Berlin und Bonn arbeitete. Er war sehr erstaunt und fand es toll, das wir diesen Weg mit dem Fahrrad machten. Danach fuhren wir talabwärts bis zur Sazava und machten eine kurze Pause am Kloster Sazavsky. Wir standen dann vor einem Anstieg der sich hinzog, aber den wir alle bewältigten. Auf den Böhmisch-Mährischen Höhen standen wir dann am Ortseingang von Kosice –
allerdings in Tschechien.

Der Anstieg wurde dann durch eine wunderbare Abfahrt belohnt an dessen Ende wir eine schöne Sicht auf dem „Dom“ von Kutna Hora hatten. Nach dem wir den unvermeidlichen Aufstieg auf den „Kuttenberg“ hinter uns gebracht hatten fanden wir eine gute Unterkunft und sind nun beim Böhmischen Abendessen. Heute schafften wir 101 km und hatten eine sehr schöne Strecke zwischen Seen und durch Wälder und sind nach der bedrückenden Situation in Prag froh diesen Grünen
Weg fahren zu können.

15.8. Kutna Hora – Nove Mesto
Wir haben es mal wieder geschafft zu spät loszufahren. Die Fahrt ging weiter über die Höhen und Tiefen des Böhmisch-Mährischen Hochlandes. In Ronov gönnten wir uns eine kurze Kaffeerast vor dem weiteren Aufstieg. Kurz nach dem Ortsausgang hatten wir das nächste Malheur: Brgitte stürzte. Zum Glück hatte sie nur ein paar Schürfwunden. Ihr Vorderrad war jedoch verbogen und vier Speichen
gebrochen. Wir haben uns aufgeteilt – Anne, Klaus, Brigitte und Gerd kümmerten sich um die Reparatur die anderen fuhren weiter. Weiter heißt den Berg hinauf, nach Sec. Dort gab es eine kleine Mittagsrast und es geht nun weiter bis nach Hlinsko wo wir uns mit dem „Reparaturtrupp“ wieder treffen wollten. Nach Sec kamen wir am gut gefüllten Stausee vorbei, aus dem das Wasser hevorbrodelte. Weiter ging es durch einen Anstieg im Wald. Der Reparaturtrupp schaffte es noch uns sogar kurz vor Hlinsko einzuholen. Am Ort beratschlagten wir, wie weit wir
noch fahren: wir versuchen es bis zum Hotel Medlov 10 km vor Nove Mesto.19:45 Uhr – Wir Sind im Hotel Medlov!

Ein großer Bau im Stil „Ferienkombinat“ – mit Livemusik, Bar, Sauna … alles was das erschöpfte Radlerherz wünscht! 90 km sind wir heute gefahren und einen Berg von 824 m haben wir überwunden.
Auf steigenden aber sehr schönen Wegen. In den Nachrichten sehen wir die Überschwemmungen die wir hinter uns gelassen haben. Der Weg (Dresden-Pirna-Litomerice-Prag) den wir fuhren ist völlig überschwemmt! Noch was zur Statistik der bisherigen Tour: max. Steigung 15 % 1388 erklommene Höhenmeter

16.8. Nove Mesto – Brno
Heute teilten wir uns krankheitsbedingt auf. Jürgen S. hatte sich bereits in Prag erkältet. Monika und er nahmen den Zug nach Brünn. Die Gruppe fuhr die schöne Abfahrt nach Nove Mesto herab. Wir fanden eine nette Abkürzung durch einen Wald. Dann kamen wir nach Bystrice und wir feierten dort unser Geburtstagskind Jürgen K. mit einer tollen Torte und einem Ständchen. Die nächste Abkürzung führte uns durch eine Papiefabrik, wo uns zu ehren die Tore geöffnet wurden, da wir sonst auf diesem Weg nicht weiter gekommen wären. Im weiteren Verlauf stand ein Stopp an einem prall gefüllten Mirabellenbaum der leergeplündert wurde. In Tisnov gab es dann unsere Mitagspause mit Nudeln wie es sich für Radprofis gehört. Nach der Mittagspause nahmen wir eine weitere Abkürzung an einem Fluss längs. Ein wunderschöner grüner Weg auf dem wir noch eine heftiges Gewitter, das uns ziemlich nass daherkam, hatten. Am Stausee vor Brünn ging es dann, immer rauf und runter, an den Naherholungsgebieten von Brünn vorbei. Zum Schluss erreichten wir Brünn wo wir Monika und Jürgen trafen die uns zu dem Hotel führten. Leider ist die Unterkunft nicht so berauschend das Essen aber wohlschmeckend. Die Abfahrten brachten uns auf Geschwindigkeiten von
um die 50 km/h. (Spitze 63 km/h) Heute fuhren wir eine Strecke vom 93 km.
17.8. Brno – Uherske Hradiste
In Brünn haben wir nach dem Frühstück im Kellergewölbe die schöne Innenstadt durchquert. Dort haben wir uns die Kathedrale angesehen. Anschliessend ging es heraus auf den Grünen Weg, was etwas länger dauerte aber es zog sich nicht so wie in Prag. Wir erreichten dann Austerlitz (Slpapanice), wo es zu einer Kaffepause, aber nicht zu einer Tortenschlacht kam. Der Grüne Weg nach South-Tyneside führt an Austerlitz in England vorbei, nun waren wir im echten Austerlitz. Dnach fuhren wir auf eine schicke Auffahrt auf die E 50 und es wurde immer wärmer und der Randstreifen immer schmaler…Als wir diese Schnellstrasse verliesen, begann eine 10 km lang ansteigende Strecke die uns doch alle bei der Hitze strapazierte. Die folgende Mittagspause (Live-Speisekarte in der Küche, Resultat: Pommes) war wohlverdient. Die Kontaktversuche mit den Menschen vor Ort gestalteten sich hierbei doch schwierig aber doch nicht unmöglich. Auf dem weiteren Weg hatten wir dann eine Steigung duch einen Wald, was viel angenehmer und sehr schön war. Zwischendurch gab es mal wieder Obstbäume zum plündern.

Dann erreichten wir den See bei Osvetlmany und legten eine Badepause ein. Nach der Pause trafen wir wieder auf Monika und Jürgen S. die heute noch einen Auskuriertag machten und mit dem Zug von Brünn kamen. Sie begleiteten uns die letzten 23 km bis zu unserem Hotel Grand in Uherske Hraditse.
Wieder haben wir eine 90 km Etappe hinter uns. Die Sonne meinte es heute fast zu gut mit uns. Alles in allem wieder ein schöner Tag.

18.8. Uherske Hradiste – Nova Dubnica
Die Nacht im Grand Hotel war Ruhig, und das Frühstück entspannt. Nach der Abfahrt gab es noch einen kleinen Zwischenstopp an einem Lädchen um uns fürs Picknick zu rüsten. Gleich aus Uherske Hradiste heraus gab es den ersten Berg zu erklimmen. Nach einem Stück größerer Landstraße kamen wir auf einen grünen Weg der Michael in einem Schlammloch festhalten wollte. Der Weg führte uns über Bojkovice zu unserer Mittagsrast nach Pitin (natürlich Bergauf) unter einer Linde bereiteten wir uns auf die kommmenden Bergetappen die in der sengenden Sonne zu absolvieren waren, vor. Der erste Anstieg war schon warm und heftig der zweite war nur heiß und hoch. Der dritte war dann endlich im Halbschatten aber genauso hoch. Auf der Abfahrt gab es dann noch einen großen Schreck: zwei Autos hatten knapp hinter Lina einen Auffahrunfall in einer Kurve. Ausser dem Schreck nach dem Knall ist uns nichts passiert. Unsere letzte Rast auf tschechischem Boden in einem Cafe in Stitna war sehr unterhaltsam aber unsere gute Laune vermochte es nicht die Gesichtszüge der Bedienung zu erheitern. Wir machten nun eine wunderbar angenehme Abfahrt bis zur Grenze wo uns freundliche Zöllner die Grenze passieren liessen. Erfreut nahmen sie unsere Kärtchen an die über unseren Grünen Weg in Slowakisch oder Tschechisch informierten. In Nemsova, dem angepeilten Zielort, war reinste Volksfeststimmung. Leider gab es dort für uns kein Quartier, so das wir nach Nova Dubnica fuhren und uns im Hotel Dynamic einquartierten. Die Stadt selbst scheint eine Wohnschlafstadt aus dem frühen Zeitalter des Kommunismus zu sein.

Heute hatten wir wieder einen schönen Tag, wir haben 82 km hinter uns gebracht, größtenteils in brütender Hitze. Morgen gehts weiter auf den Grünen Weg nach Zilina.

19.8. Nova Dubnica – Zilina
Der Nachtportier In Nova Dubnica erzählte uns von der hohen Arbeitslosigkeit dem Niedergang der Wirtschaft, so das er selbst zuarbeiten muss, da seine Rente nicht reicht. Die Perspektiven sind leider sehr schlecht.

Das Frühstück in unserem Hotel musste einzeln geordert werden (7 g Kaffee, 20 g Butter, soundsoviel Stück Gebäck…) und wurde so langsam serviert, das wir erst gegen 9:45 Uhr fortkamen. Zunächst ging es dann auf beschaulichen Wegen die Vah entlang. Wir kamen trotz Gegenwind gut voran. Leider mussten wir später auf die stärker befahrene Strasse, was nicht sehr schön war. In Puchov waren wir kurz einkaufen und Geld umtauschen. Weiter ging es auf der Suche nach einem Picknickplatz den wir unter einerTrauerweide vor dem Kurhaus in Nimnica fanden. Das hiesiege Heilwasser ist leicht warm, kohlensäurehaltig und leicht salzig. Wofür es gut ist …

…keine Ahnung. Gut ausgeruht fuhren wir flott das Tal der Vah hoch. Leider Größtenteils nur über eine gut befahrene Landstraße und nur ab und zu durch Nebenwege, die durch beschauliche Orte führten. Hinter uns baute sich eine große Gewitterfront auf die uns jedoch nicht einholen konnte. Wir gönnten uns einen kurzen Stopp in Bystica, dem letzten Ort vor Zilina. Nach einem Schluck Wasser aus der Flasche und Kuchenteilchen aus dem Supermarkt gings weiter nach Zilina und trafen dort um 18:30 Uhr ein. Dort setzten wir uns auf einen schönen Platz und genossen die frühe Ankunft. Nach dem Check-In und kurzem frischmachen ging es auf den Marktplatz wo wir unser Abendessen zu uns nahmen. Das Essen hier ist übrigens sehr gut, die Bedienung und viele Menschen sprechen ein wenig oder sogar recht gut Deutsch. Heute fuhren wir 85 km im schönsten Sonnenschein
mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 17,23 km/h. Und morgen ist Ruhetag…

20.8. Zilina
Dienstag – Ruhetag, so könnte man meinen, aber nicht für alle. Nach dem Frühstück in der Breakfast-Hall unseres Hotels teilten wir uns auf und suchten Zilina heim. Gerd bekam in einem Fahrradgeschäft seinTacho wieder ans laufen und gemeinsam mit Jürgen K. war er shoppen (Modenschau morgen). Neben den sehr westlich gesitteten und gekleideten Einwohnern gab es auch das Elend einiger Menschen hier für sie zu sehen. Lina, Anne und Klaus machten sich auf in ein nah gelegenes Tal um ein wenig zu wandern. Sie fanden eine wunderschöne Route, die wir morgen parallel mit dem Rad fahren werden. Aufgrund der gewittrigen Aussichten kehrten sie jedoch früh mit dem Zug zurück. Lina grüßt an dieser Stelle Katy und den Rest. Monika und Jürgen S. hielten nach dem Frühstück bis mittag Siesta um anschließend in der Stadt zu bummeln. In der Kirche konnten sie leider kein Licht entzünden. Dies scheint in der Slowakei nicht üblich zu sein. Vera und Michael gingen zunächst einen leckeren Kaffee trinken. Anschließend gings auch ins Städtchen u.a. auf die Suche nach einem netten Abendlokal und einem Live-Sprackurs für Anfänger. An dieser Stelle grüßt MiLu den Großmeister Franz und Vera grüßt Ingrid. Auch Brigitte gönnte sich eine ausgiebige Siesta, danach
gings zum shoppen ins Städchen wobei in schickes T-Shirt abfiel. Bei ihrer Visite der Kirche fand gerade der Gottesdienst statt. Am Nachmittag zog sich der Himmel zu und es gab einen kühlenden Sommerregen. Neben der Landschaft und der Kultur, die wir zu sehen bekommen, sind es auch immer die kleinen Begegnungen die unsere Reise interessant gestalten. So blieb uns auch die Frau in guter Erinnerung, die wir am Sonntag bei unserer Mittagsrast (in Pitin / noch in Tschechien) trafen. Sie erwartete Ihre Nichte aus Prag, als das Hochwasser kam. Sie stammt urprünglich aus dem Holtschiener Land und sprach daher ein gutes deutsch. Es sind einfache Verhältnisse in denen die Menschen leben.Aber hier noch die Ecke für die Statistiker: Heute sind wir 0 km mit dem Rad gefahren, haben keine Berge mit Gepäck erklommen sind aber trotz allem zufrieden.
21.8. Zilina – Ruzomborek
Nach dem Frühstück gings ab auf den Marktplatz von Zilina zum obligatorischen Gruppenfoto. Dann gings los zum Grünen Weg. Monika konnte aufgrund Rückenbeschwerden heute nicht mitfahren. Jürgen S. und Monika fuhren die Etappe mit dem Schnellzug und Gepäckbeförderung für die Räder.

Die Gruppe fuhr weiter das Tal der Vah hoch. Kurz vor der Burg von Strecno fuhren wir über eine schmale Brücke. Leider mussten wir dann oft die stark befahrene Straße nutzen. Linas Schalthebel ist auf der Etappe kaputt gegangen. So nahmen Lina, Anne und Brigitte auf halber Strecke den Zug nach Ruzomborek. Michael, Klaus, Gerd, Jürgen K. und Vera fuhren weiter auf dem Grünen Weg. Michael und Klaus haben sich im weiteren Verlauf gegenseitig überfahren erlitten dabei keinerlei Blessuren.

Über eine „tibetanische“ Hängebrücke ging es über die Vah zu einem Stausee wo Kraniche und Störche sich an Fröschen labten. Die Stauseen hier zeigen eine starke Sedimentablagerung. An einem Baggersee (Tipp eine Einheimischen), der mit vielen Wertstoffen durchsetzt war, gab es eine kleine Badepause.
Auf dem letzten Teil der Etappe hatte Klaus noch eine Begegnung mit einem kantigen Stein, was Luftverlust zur Folge hatte. Die Gruppe Sammelte sich in Ruzomborek, wo die Unterkunftslage problematisch wurde. Vera, Michael und Gerd kamen in einer Pension unter, der Rest kam in einer gediegenen Ferienwohnung unter, die Anne aufgetan hatte. Das gemeinsame Abendessen nahmen wir in einer Pizzeria zu uns. Milu nahm dies zum Anlass Olli, den Zorn Gottes zu Grüssen und Brigitte möchte einfach nur den Rest der Welt grüssen.

Heute fuhr der Grüne Weg 73 km durch eine sehr schöne Landschaft zwischen hohen Bergen an der rauschenden klaren Vah entlang. Je näher wir uns dem Ziel nähern wächst die Spannung, wie wir denn zurück kommen, da die eigentlich vorgesehene Eisenbahnstrecke durch das Hochwasser zerstört wurde. Es bleibt spannend…

Aus der Gruppe hier nun ein Leserbrief von Klaus:

Hallo liebe Redaktion.

Seit Tagen verfolge ich Eure spannenden Reiseberichte: einfach toll. großes Kompliment. Das einzige, was ich mir noch vorstellen könnte, wäre die Berücksichtigung von auch heikeleren, manchmal vielleicht auch provokativeren Themen.

Alles Gute, trotz allem, Euer Klaus.

(Anm. der mobilen Red. zum Hintergrund:
Anlässlich unseres Sponsoren-Essens das aus eigener Hand finanziert wurde und das niemand früher verließ, wurde der Wunsch nach Grüssen an unsere Bürgermeister laut)

22.8. Ruzomborek – Liptovsky Mikulas
Nach dem getrennten Frühstück und mehrmaligem Besuch des Fahrradhändlers unseres Vertrauens (preiswerte Ersatzteile und schneller Einbau – die Empfehlung des Tages „Sport Mix“ in Ruzomberok) konnte die heutige Tour um 10 Uhr beginnen.

Es ging auf grünen Wegen aus Ruzomborek heraus zum Liptauer Stausee. Nach einer langen Steigung hatten wir eine schöne Sicht auf den See. Die Abfahrt ans Seeufer war rasant. Nach einem kurzen Zwischenstopp zum Einkaufen und Kaffeetrinken in einem Örtchen wollten wir eine Badepause einlegen. An einem Campingplatz erfuhren wir jedoch, das das Baden aus gesundheitlichen Gründen zurzeit nicht ratsam ist.

Wir fuhren dann den See längs und fanden nach mühseligem Suchen einen Picknickplatz unter Birken wo wir eine schöne Mittagspause verbrachten. Anschliessend gings zu unserem Etappenziel Liptovsky Mikulas. Unser Hotel ist ziemlich einfach (Quasi zwei Sperrmüllsterne). Besonders nett ist der Mädchenschlafsaal unterm Dach für Anne, Brigitte und Lina.

Die Suche nach einem Lokal zum Abendessen gestaltete sich nicht so erfolgreich. Wir nahmen halt das was es gab. In den Restaurants dudelt oft die Musik und die Speisenauswahl birgt einiges an Überraschungen. Liptovsky Mikulas hat einen schönen Platz in der Innenstadt wie unsere anderen Etappenziele. Heute fuhren wir schlappe 38 km und irgendwie war das nicht so entspannend wie gedacht. Zunächst war es bedeckt doch nachher gab es heftigen Sonnenschein. Morgen gehts dann zur Königsetappe – mitten durch die hohe und die niedere Tatra …

Eine Kurze Stellungnahme von Michael zum gestrigen Leserbrief:

Bezugnehmend auf das Statement von Klaus S.-O. (50) möchte ich – auch im Namen des Vorstandes – die frisch-pfiffige Berichterstattung des Chronisten explizit loben! Im Gegensatz zu K. S.-O. vermisse ich jedoch überhaupt nicht, dass die „hardcore-Themen“ dieser Expedition in der WWW-Öffenentlichkeit breitgetreten werden. Dies – lieber K. S.-O. – sollte doch den zuständigen
Schieds- und Ehrengerichten und den darauf spezialisierten Hilfsdiensten und Selbsthilfegruppen
vorbehalten bleiben.

Mit sportlichem Gruß und „Trotz allem“ – weiter so!

23.8. Liptovsky Mikulas – Poprad
Nach einem Fullservice-Frühstück im Storch-Hotel machten wir uns auf zu Bergetappe die uns heute auf eine Höhe knapp unter 900 m führen sollte. Die ersten Kilometer machten wir leider wieder an der Schnellstrasse. Doch dann ging es auf einen wunderbar grünen Weg längs der wildromatischen Vah. Wir kamen dann an eine Quelle, bei der sehr viel Menschen zum Auffüllen Ihrer Flaschen kamen. Die Quelle war reinstes Mineralwasser. Nach einem kurzen Abstecher in eine grüne Sackgasse nutzten wir wieder eine „tibetanische“ Brücke über die Vah. Weiter ging der langsame Aufstieg bis nach Kralova Lehota. Im Hinterhof eines Supermarktes (dort war das örtlicheCafe) verbummelten wir unsere Mittagspause. Dann gings weiter Bergauf. Zunächst durch ein sanftes Tal was dann am Ende durch einen Stausee abgeslossen wurde. Am Ende des Sees ging es dann Bergauf und das Tal wurde immer enger und schöner. Oft begegneten wir Fahrradfahrer auf dieser schönen Strecke. Leider grollte schon ein Gewitter heran. Als wir wieder die normale Landstrasse erreichten gab es dann auch einen leichten Regen. Nach einer kurzen Kuchenpause (Nussstriezel) ging es hoch zum letzten Aufstieg zwischen Wald und Almen mit Kühe und Schafen. Dann hatten wir einen wunderschönen Blick auf die hohe Tatra mit Ihren schneebedeckten schroffen Bergen. In Sunava (871 m) gab es unser Bergfest mit Wassermelone aber ohne Cafe. In einer Pionierleistung fuhren wir einen neuen Radweg (mit ziemlichen Schlammpfützen) von Sunava ins Tal herab. Dieser Weg führte uns von einem Quellgebiet durch ein Wiesenbachtal bis hin zu dem Flusstal das uns nach Poprad führte. Monika
möchte an dieser Stelle ihre Kolleginnen und Kollegen von der Unteren Waserbehörde grüßen. An Svit vorbei erreichten wir unser Etappenziel Poprad. Nachdem wir unser Hotel erreichten und uns frisch gemacht Hatten, ging es ins Städtchen. Heute wollten wir auf jeden Fall an einem Tisch sitzen. Leider war die Bedienung im Restaurant Tatra nicht in der Lage unseren Wunsch zu erfüllen. Pech gehabt, 10 Essen (inkl. Trinkgeld) weniger. Nun Sitzen wir auf einer Terasse im Lokal nebenan, wo man uns erlaubte die Tische zu rücken.Nun unsere Tagesstatistik: 77 km Grüner Weg durch eine fantastische Landschaft. Wir waren uns alle einig: eine wunderschöne Etappe.
24.8. Poprad – Krompachy
Leider war der Morgen zu diesig, als das wir das Panorama der hohen Tatra klar sehen konnten. Nach dem entspannten Frühstück gings zunächst ins Städtchen wo wir noch diverse Einkäufe erledigten. Nach dem Gruppenfoto ging es zunächst über eine kleine Kuppe auf unsere altbekannte Schnellstrasse die wir jedoch nach wenigen Kilometern wieder verließen. Über Nebenstrassen ging es immer bergab dann weiter ins Zipser Land. Dann gab es die erste Cross-Strecke durch die Hügel zwischen weiten Feldern. Nach kurzem durchqueren eines Örtchens ging es weiter querfeldein. Wir erreichten dann die Strasse nach Spissky Nova Ves. Dort gab es in brütender Mittagshitze unsere Kaffemittagsfrühstückspause. Aus der Stadt heraus gab es eine Abstimmung über die weitere Route. Die Südroute längs des Flusses sollte es sein. Die Landschaft war sehr schön und der Weg leider etwas schwieriger, so dass wir weniger die Gegend geniessen konnten. Auf dem letzten Berg (mehr wie die Eiger Nordwand) machten wir eine Rast mit Blick ins Tal auf Spisske Vlachy. Nach der Abfahrt fanden wir in einem Hinterhof ein Lokal wo wir eine Kaffeepause einlegten. Von dort fuhren Gerd und Jürgen K. hinauf zur Zipser Burg, einem Weltkulturerbe und beeindruckendem Zeugnis des Mittelalters und Geschichte der Zips. Der Rest der Gruppe fuhr zum Etappenziel Krompachy. Nach vergeblicher Suche nach den vorab ins Auge gefassten Unterkünften fanden wir dort in der Penzion Gabriela unsere Bleibe für die Nacht. Der Ort selber sah von ferne ganz nett aus. Als wir jedoch im Ort waren, sah die Welt anders aus. Plattenbauten, trostlose Bierbars und unser Abendlokal war eine Pizzabude in der das Menü recht interessant war.Jürgen K. hatte an der Zipser Burg einen Platten und dabei sah er, das seine hintere Felge an fünf Stellen gerissen war. An der Pension angekommen, konnte der Wirt hier weiterhelfen: ein Freund von ihm sorgt für eine neue Felge, so das wir morgen nach Kosice weiter fahren können. Heute fuhren wir 60 km (+ 12 km zur Zipser Burg) durch eine Landschaft die uns an die Eifel gemischt mit der Rhön erinnerte.
25.8. Krompachy – Kosice
In unserer Pension gab es leider nur Kaffee und Tee zum Frühstück, aber Jürgen K. sorgte in einem Lädchen für die Brötchen, Marmelade, Gebäck, Saft ….So hatten wir ein schönes Frühstück im Sonnenschein. Die defekte Felge war dank der Hilfe unseres Wirtes ausgetauscht. Er machte noch ein Foto von uns für sich und dann gings weiter auf den Grünen Weg. Ein paar Meter weiter gabs einen wichtigen Stop: 1000 km Grüner Weg lagen hinter uns! Nach Krompachy fuhren wir an eine Slumsiedlung von Zigeunern vorbei. Wir fühlten uns betroffen über die Verhältnisse. An der Strasse standen immer wieder Menschen die durch den Strassenverkauf von Pilzen ein paar Kronen für ihr karges Leben verdienen wollen. Der Grüne Weg führte uns fort von diesem Elend den Berg hinab nach Velky Folkmar wo wir vor dem letzten großen Anstieg eine kurze Trinkpause machten. Dort war gerade die Kirche zu Ende. Interessant waren die Sonntagstrachten der alten Damen mit ihren bauschigen Röcken. Dann ging es eine sehr lange Steigung in der Mittagswärme hoch. Oben angekommen hatten wir einen schönen Blick auf die geleistete Steigung.

Die Abfahrt bietete ebenso ein wunderbares Panorama auf den Stausee an dem wir pausieren wollten. An einer Penzion am See fand ein Folklorefestival und eine Kunstaustellung statt. Wir konnten uns nicht entschliessen gemeinsam zu bleiben oder weiterzufahren. Diese unterschiedlichen Wünsche waren doch eine Belastung für die Gruppe. Dies lösten wir nach einiger Zeit in dem Anne, Monika, Klaus und Jürgen S. vorfuhren und der Rest sich die Kulturveranstaltung ansahen.

Der weitere Grüne Weg führte uns am Stausee vorbei. Das Tal war mal eng mal weit und immer wieder ragten Felsen in den stahlend blauen Himmel empor. Dann ging es im Flusstal am Hornad herab. In Druzstevna fand die Gruppe wieder zusammen. Gemeinsam fuhren wir dann die letzten Kilometer nach Kosice. Am Ortsschild gab es ein Gruppenfoto mit strahlenden Gesichtern. Auf der Fahrt in die Innenstadt trafen wir Peter, unser Empfangskomitee, der uns in die Stadt geleitete. Er führte uns zum Wegweiser „Wuppertal 1490 km“ kurz vor der Fußgängerzone. Mit freudig kribbelndem Gefühl im Bauch fuhren wir ins Herz von Kosice. Dort umrundeten wir den Dom und fuhren zu unserer Penzion wo wir unsere Ankunft feierten. Die Platzprobleme in der Penzion Platz lösten wir souverän durch Umbaumassnahmen. Anschliessend ging es nachdem Frischmachen zum Abendessen ins Städtchen.

Heute war eine der schönsten Strecken unserer Kosice-Fahrt. Wir fuhren 67 km an diesem Tag. Nach 1066 km Grünen Weg erreichten wir unsere wunderschöne Partnerstadt Kosice.

26.8. Kosice
30 m von der Pension frühstückten wir in einem Bistro mit frischen Broten, Kaffee und Tee. Anschliessend gestaltete jede(r) den Vormittag individuell. So suchten Jürgen K. und Gerd das Ateliers eines Künstlers auf. Monika und Jürgen S. bummelten durchs Städchen und sahen sich den sehr schönen Dom an. Um 14 Uhr trafen wir uns mit Adriana, unserer Kontaktperson zur Stadt. Sie zeigte uns den Baum der Städtepartnerschaften, eine Plastik in der die vielen Partnerschaften von Kosice dargestellt werden. Dann ging es zum Empfang ins Rathaus, wo wir durch den zweiten Bürgermeister begrüsst wurden. Leider war die Presse dort nicht anwesend. Dafür waren zwei Vertreter des Fahrradclubs anwesend mit dem wir morgen nachmittag eine kleine Radtour und ein gemütliches beisammensein für den Abend planten. Der offizielle Teil war eher schlicht, nach den erfahrenen 1066 km. Wir trollten uns dann in die Stadt für ein Gruppenfoto, Eisessen und entspannen. Die Innenstadt hier ist sehr schön und es ist ein weiterer Höhepunkt auf dem Grünen Weg. Den Abend liessen wir in einem Biergarten im Hinterhof bei sehr leckerem slowakischen Essen ausklingen.Unsere Rückreise nimmt langsam Formen an: morgen abend werden wir unsere Räder zur Gepäckbeförderung nach Prag aufgeben.
27.8. Kosice
Auch an diesem Tag frühstückten wir lecker im Bistro an der Ecke. Dann ging es um 9 Uhr weiter im offiziellen Teil mit der Stadtführung. Adriana begleitete uns als Dolmetscherin für den Stadtführer. Zunächst sahen wir uns die Ausgrabungen der Festungsanlagen (13. – 17. Jhdt.) in der südlichen Stadt an. Danach besichtigten wir den Elisabeth-Dom. Bemerkenswert war hier die Ausrichtung auf Frauen in der Heiligenverehrung. Der Dom selbst ähnelt dem Dom zu Xanten. Wir sahen uns dann noch dasTheater und die dahinterliegende Mariensäule an. Nach der Führung besichtigten wir noch den Goldschatz von Kosice, eine Schatulle mit 2200 Goldmünzen die im17. Jhdt. im Fundament eines Hauses versteckt wurde. Er wurde 1935 entdeckt. Wir verabschiedeten uns dann herzlich von unserer Begleitung Adriana, die wir alle hier nochmals lieb grüßen möchten. Die folgende Pause nutzten wir zum Eis- und Kuchenessen und Einkaufen für die lange Zugfahrt, die uns bevorsteht.Um 15 Uhr trafen wir uns dann mit den Mitgliedern des Prvy Slovensky Cycloklub (SCK). Wir fuhren gemeinsam den Berg hinauf zu einem Biergarten. Unter Walnussbäumen tauschten wir uns aus und lernten einander näher kennen. Dort übergaben wir den Freunden die Karte der Route, die wir erkundeten, und schlugen ihnen vor uns zu besuchen. Dies wurde mit freuden aufgenommen.
Wir gaben unseren Freunden dann die T-Shirts unserer Fahrt die wir die 1490 km aus Wuppertal mitbrachten. Im Anschluss fuhren wir über einen grünen Weg zurück in die Stadt. Auf einer Anhöhe hatten wir einen wunderbaren Blick auf Kosice. Von dort ging es zum Bahnhof, wo wir unter einigen Mühen die Fahrräder als Gepäck nach Prag aufgaben (Zollformular inklusive). Hier halfen uns unsere neuen Freunde. Wir gingen dann mit unseren Freunden zu einem Lokal mit Live-Country-Musik und Tanz wo wir gemeinsam den Rest des Abends verbrachten. Dort sahen wir uns auch Bilder von den Touren des SCK an.

Wir hatten einen sehr schönen Abend als Abschluss unserer Tour. Zwischendurch wurden noch Taxis für morgen um 6:30 Uhr geordert, um zum Bahnhof zu kommen. Es steht uns noch eine
spannende Rückfahrt bevor…

28./29.8. Kosice – Wuppertal
Pünktlich um 6:30 Uhr waren unsere Taxen zur Fahrt zum Bahnhof da. Am Bahnhof versorgten wir uns noch mit diverser Frischware für die Fahrt und hatten unseren letzten Kaffee in Kosice. Unsere Räder waren bereits im Zug und wir bevölkerten auch unsere Abteile. Dann ging es um 7:20 Uhr los über Krompachy, Poprad, Liptovsky Mikulas, Ruzomberok nach Zilina. Immer wieder konnten wir Teile des Grünen Weges, den wir gefahren sind, sehen. Das Wetter war recht warm, dementsprechend dösten wir vor uns hin. In Tschechien fuhren wir eine andere Strecke die uns an der Morave führte bis in die goldene Stadt Prag, die wir um 17:20 Uhr erreichten. Nun hiess es: wie weiter? Die Strecke Prag – Dresden war noch gesperrt.

  1. Alternative: D-Zug nach Frankfurt ohne Fahrrad-/Gepäckbeförderung nach Frankfurt und dann weiter im IC nach Wuppertal – die Radmitnahme müssten wir mit dem Begleitpersonal klären.
  2. Alternative: Wir fahren mit dem Zug bis Cheb und dann mit den Rädern über die Grenze und schlagen uns mit diversen Zügen bis nach Wuppertal durch.
  3. Alternative: Räder als Gepäck aufgeben und den Nachtzug nach Frankfurt nehmen.
  4. Alternative: Übernachten in Prag und morgen erst weiter.
  • Viertens fand keine große Zustimmung.
  • Drittens ging nicht, da Räder nicht als Gepäck ohne Begleitung über die Tschechisch/Deutsche Grenze versandt weden können
  • Zweitens stellte sich als nicht realisierbar heraus.
  • Also blieb die Nummer eins.

Hierfür hatten wir noch Zeit, so das wir unsere Räder in der Aufbewahrung abgaben und uns in Prag noch die Beine vertreten konnten und zu Abend essen konnten. Nachdem wir unsere Räder auf den Bahnsteig schafften fingen die bilateralen Verhandlungen mit dem Zugpersonal an. Der Zugschaffner war wohl der kooperativste und gut informierteste Mitarbeiter auf dem ganzen Prager Bahnhof. Vielen Dank noch einmal! Letztlich orderten wir zehn Liegewagenplätze für unsere Räder und verbrachten eine minimalkomfortabele Nacht auf den Sitzplätzen im Nachbarwaggon. Gegen 2:00 Uhr scheuchten uns die Grenzbeamten aus dem Halbschlaf. Das deutsche Zugpersonal beschaffte uns noch eine Quittung für den Liegewagen-Radtransport. So erreichten wir Frankfurt (Main). Dort ging es dann im IC nach Wuppertal, wo wir gegen 10:50 Uhr unseren Grünen Weg beendeten und von den Freunden des Grünen Weges empfangen wurden.

Wir möchten uns bei allen lieben Menschen bedanken die uns auf dem Weg mit Rat und Tat unterstützten. Auch den anderen Menschen auf unserem Grünen Weg gilt noch einmal unser Gruß.

Mit von der Partie waren Anne, Brigitte, Gerd, Jürgen K., Jürgen S., Klaus, Lina, Michael, Monika und Vera


Wir bedanken uns für die Unterstützung bei der Aktualisierung bei Falko! Er holte die Mails aus dem Postfach die von uns während der Fahrt nach Hause geschickt werden. Den Salmohn stellt er dann auf diese Website. Dafür nochmals ein supergrosses Dankeschön!

Die Fahrt wurde organisiert vom Verein Der Grüne Weg e.V.